Wie findet man ein Praktikum in Krisenzeiten?

Corona macht die Suche nach einem Praktikumsplatz nicht unbedingt leichter. Es gibt aber Unternehmen, die nach wie vor Praktikanten beschäftigen. Personalberaterin Ina Westphal gibt Tipps für das erfolgreiche Bewerben in Pandemiezeiten.

Die einen müssen ein Pflichtpraktikum absolvieren, andere wollen die Zeit des Studiums nutzen und Erfahrungen in verschiedenen Branchen sammeln, um herauszufinden, welcher Job für sie der richtige ist. Wieder andere suchen sich zielgerichtet einen Praktikumsplatz in Unternehmen, in denen sie gern später in Festanstellung arbeiten möchten.

In Pandemiezeiten ist dies kein einfaches Unterfangen. Es gibt Branchen, die gerade Personal abbauen und andere Sorgen teilen, als den richtigen Praktikanten zu finden. Doch es gibt auch jetzt viele Unternehmen, die weiterhin Personal aufbauen und die Möglichkeit bieten, ein Praktikum zu absolvieren.

So gehen Sie am besten vor, wenn Sie gerade jetzt einen Praktikumsplatz suchen:

1. Nutzen Sie Ihr Netzwerk und sprechen Sie Ihre Kontakte aktiv an.

Schauen Sie, über welche Netzwerke Sie bereits verfügen. Auch wenn Sie noch nicht im Berufsleben stehen, so haben Sie trotzdem eine Reihe von sozialen Kontakten aufgebaut. Spannend ist, dass viele gar nicht wissen, wie groß dieses persönliche Netzwerk schon ist. Hier einmal die Ansatzpunkte:

  • enge und erweiterte Familie wie entfernte Verwandte oder Freunde von Familienmitgliedern
  • Freundes- und Bekanntenkreis
  • alte Schulfreunde zum Beispiel aus dem Abiturjahrgang
  • Kontakte über Hobbys oder Ehrenämter
  • Kontakte aus dem letzten Auslandsaufenthalt
  • Kontakte zu aktueller oder früherer Nachbarschaft
  • Kontakte über gemeinsam besuchte Weiterbildungen, Kongresse oder Seminare
  • Studienkollegen, Dozenten, Professoren
  • frühere Kollegen aus der Berufsausbildung
  • engere Kontakte über berufsbezogene soziale Netzwerke (Xing, LinkedIn, Spezialisten-Netzwerke)

Recherchieren Sie, wo diese Personen aktuell tätig sind. Sind in den Unternehmen derzeit Praktikumsplätze ausgeschrieben? Nicht? Auch kein Problem! Trauen Sie sich trotzdem, diese Kontakte danach zu fragen und um Unterstützung zu bitten. Schreiben Sie jedoch keine Massenmails.

Suchen Sie gezielt nach für Sie relevanten Kontakten und deren Firmen. Arbeiten Sie in Wellen, also kontaktieren Sie jeweils drei bis fünf Kontakte und nehmen Sie sich die nächsten Kontakte erst vor, wenn Sie wissen, dass es bei den zuvor angefragten keine Möglichkeiten gibt.

2. Verschaffen Sie sich Klarheit, wo ein Praktikum für Sie sinnvoll ist.

In unserer Arbeit als Personalberater oder Mentoren haben wir immer wieder von StudentInnen der gesellschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen gehört: „Ich weiß nicht, was ich mit meinem Studium in der Praxis jetzt anfangen kann“. Der Beitrag von Geographiestudentin Hannah Schulze zeigt, dass es auch fachfremde Ansatzpunkte gibt.

Fragen Sie sich: Wo liegen im Studium meine Schwerpunkte? Welche Themen sind mir besonders wichtig? Was ist mein Herzensthema geworden? Wo habe ich bereits als wissenschaftliche Kraft Erfahrungen sammeln können? Was möchte ich gern einmal ausprobieren, um zu wissen, ob ich dort künftig arbeiten möchte?

3. Haben Sie keine Scheu, sich als Quereinsteiger zu bewerben!

Seien Sie mutig und bewerben Sie sich auch auf Praktikumsplätze, deren Anforderungsprofil nicht auf den ersten Blick zu Ihrer Studienrichtung passt!
Wichtig dabei ist, dass Sie Ihre Bewerbungsunterlagen entsprechend gut vorbereiten. Klären Sie im Anschreiben direkt, was Ihre Motivation für die Bewerbung ist. Sprechen Sie aktiv an, dass Sie zwar aus einer anderen Fachrichtung kommen, Sie aber das Thema aus folgenden Gründen sehr interessiert (1 bis 2 stichhaltige Argumente auflisten). Erläutern Sie, dass Sie bereit sind, sich tief in eine neue Materie oder ein Thema einzuarbeiten und dass Sie Ihr Praktikum dafür nutzen möchten, das Unternehmen zu unterstützen. Zeigen Sie Engagement, bieten Sie eventuell einen Probetag an.

4. Bereiten Sie sich auf einen Vorstellungstermin inhaltlich und technisch vor.

Dass man sich grundsätzlich auf Vorstellungstermine gut vorbereitet, ist ja eine Selbstverständlichkeit. Da sich die allermeisten Firmen derzeit auf virtuelle Vorstellungsgespräche eingestellt haben, ist es umso wichtiger, sich über die möglichen Gesprächspartner vorab zu informieren. Das geht gut über die beruflichen Netzwerke wie Xing und LinkedIn. Für welche Themen interessiert sich mein Gesprächspartner? Worauf ist er spezialisiert, was ist ihm wichtig? Schauen Sie außerdem, für welche Abteilung der Praktikumsplatz ausgeschrieben ist und was Sie dazu wissen müssen.

Wie Sie sich auf ein Video-Interview technisch vorbereiten und einen guten Eindruck hinterlassen, erfahren Sie in diesem Beitrag

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