FFF Day: Was macht „echte Mädels“ aus? Und wer will das schon?

Charlyn Jähn schreibt über das Zusammentreffen und den Austausch mit inspirierenden, selbstbewussten Frauen beim Female Future Force Day in Berlin.

Statements beim FFF Day in Berlin, organisiert von Edition F

Vom Female Future Force Day 2019 & warum die Tagung im Kopf bleibt

Mitte Oktober war es wieder soweit. Die Community des Online-Magazins Edition F lud zum FEMALE FUTURE FORCE DAY 2019 nach Berlin. Ort: der historische Flughafen Tempelhof, Schauplatz der Berliner Luftbrücke und seit seiner Schließung als Flughafen eine der beliebteste Sehenswürdigkeiten und Eventlocations der Hauptstadt.

Über zwei Hangars erstreckte sich die „Konferenz für dich und deine Zukunft“, tummelten sich zahlreiche Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Berufe und Interessen. Einzige Gemeinsamkeiten innerhalb der Peer-Group schien die Freude an eben dieser Vielfalt und der Auseinandersetzung mit sich selbst zu sein.
Dementsprechend weitete sich auch das Angebot. Vier Stages, eine Vielzahl an Inputs zu diversen Themen, Recruiting-Stände, Masterclasses und Food-Area. Für jede Neugier gab es ein Angebot: von Business-Fokus, Marketing und Brand-Development, Work-Life-Balance, Vereinbarkeits- und Achtsamkeitsthemen bis zu Sexualität, Role-Model-Diskussionen und Beiträgen zu aktuellen Feminismus-Debatten.

Selten war Popcorn-Duft so kontrovers

Der FFF-Day war eine gelungene Veranstaltung für all jene, die den Austausch schätzen und von spannenden, wenngleich kurzweiligen Inputs profitieren. Doch wie jedes Zusammenkommen unterschiedlicher Charaktere bot auch dieses Event einiges Diskussionspotenzial (anders sollte es auch nicht sein!), z.B. in Bezug auf die Frage „Was macht echte Mädels aus?“ Von einem privaten TV-Sender ausgestellt, wurde sie prompt von den Eventgästen kommentiert. „Echte Mädels“ hielten zusammen, hieß es da, #WePowerment. Und ebenso oft wurde gekontert: Echte Mädels machen sich keine Gedanken über solche Fragen!

Beim Anblick der versammelten Young Professionals, Artists, Mütter, Visionärinnen und Impulsgeberinnen fragte ich mich an diesem Samstag allerdings: Wie lange sollen wir uns noch als „Mädels“ begreifen (vom Echtheitsgrad abgesehen)? Wer würde mit diesem Selbstverständnis durch die Arbeitswelt schreiten können? Für wen bleibt es beim zögerlichen Hüpfen? Daher mein Favorit unter all den Antworten auf die Frage, was „echte Mädels“ ausmacht: „Sie werden zu Frauen!“ Denn das zeichnete diesen Tag für mich aus. Das Zusammentreffen inspirierender, selbstbewusster Frauen. Und ein Flughafen voll süßem Popcorn-Duft.

Wer hier schreibt?

Charlyn Jähn ist gelernte PR-Kauffrau und arbeitet im Bereich Research für Hellmund. Die Personalberater in Potsdam. Als Studentin der Geschichte nutzt sie gern die Gelegenheit, unterschiedliche Aspekte unserer modernen Arbeitswelt auf ihre historischen Ursprünge hin zu untersuchen.